Die Fähigkeit, luzide zu träumen, baut sich in der Regel langsam über Wochen und Monate auf. In dieser Anfangsphase wird das Thema des Klarträumens aber oft in ganz normalen Träumen auftauchen:

"Eine attraktive Seminarleiterin gibt mir persönlich eine Lektion über luzides Träumen. Anhand von bizarren Bildern erklärt sie mir, wie Klarträumer luzide werden. Mit einem Stock in der Hand zeigt sie auf ein surrealistisches Bild und sagt: "Anhand solcher Bilder, Szenen, erkennen Klarträumer, dass sie träumen". Keine Reaktion bei mir. Ich sitze stumpf da wie auf der Schulbank in der Primarschule. Noch einmal sagt die Traumlehrerin energisch zu mir, dass man anhand solcher absurder Bilder luzide werden könne und zeigt wieder mit dem Stock auf die merkwürdigen Besonderheiten eines wandgrossen Bildes der Skyline von New York. Ich begreife nichts............"

Aus der Traumforschung im Schlaflabor weiss man, dass der Blickwinkel des Klarträumers mit den physiologisch messbaren Ausschlägen des EOG's (Messung der Augenaktivität während einer REM-phase) übereinstimmen. Daraus entwickelte Dr. LaBerge, Stanford University, eine Strategie, um luzide Träume zu verlängern. Merkt der Klarträumer anhand seiner nachlassenden geistigen Fähigkeiten, dass ein Klartraum zu Ende geht, dann kann er versuchen, diesen zu verlängern, indem er sich im Traum imaginär um die eigene Achse dreht und somit die REM-bewegungen der Augen nochmals aktiviert.

"Fahre in meinem Auto auf einer Dorfstrasse. Da merke ich, dass ich ja auf dem Beifahrersitz bin und anscheinend gar niemand das Auto steuert. Da werde ich luzide, bzw. bin ich ziemlich sicher, dass dies ein Traum sein muss. Während das Auto weiterfährt, versuche ich einige Realitätstest. Doch sie gelingen mir nicht. Wenn dies nun doch kein Traum ist? Ganz schön gefährlich so in einem führerlosen Auto! Ich entschliesse mich vor einem Haus auf den Parkplatz zu fahren. Da realisiere ich, dass ich das Auto ja telepathisch steuere und dass mir deswegen keine psychische Energie zur Verfügung steht, um noch Realitätstests zu machen. Nun habe ich begriffen, dass ich träume. Als das Auto auf dem Parkplatz steht, versuche ich erneut die Realitätstests und siehe da: alles funktioniert. Ich kann durch die Autoscheibe hindurch greifen und aus dem Dach des Autos hinausfliegen. Ich entschliesse mich zu einem Besuch in dem Haus, doch da geht mir die Energie aus. Die Sicht wird verschwommen und mein Blickwinkel ist eingeschränkt. Trotzdem versuche ich noch, durch die Hauswand zu gleiten. Doch ich bleibe irgendwie im "Niemandsland" eines Hyperraums stecken. Noch einmal versuche ich den Traum zu verlängern, indem ich mich um meine Achse drehe, damit die REM-Augenbewegungen weitergehen. Doch es nützt nichts, und ich erwache."

 Aus Tholey: Ein Versuch, aktiv und bewusst einen Angsttraum zu verstehen:

"Mitten auf der Strasse griff mich plötzlich ein übel aussehender Kerl mit erhobenem Knüppel an. Ich lief sofort weg, doch der Kerl verfolgte mich. Da rief vom Bürgersteig aus ein kleines Männchen, das ich zuvor gar nicht bemerkt hatte: "Schau dir doch den Kerl genauer an! Solche Figuren gibt es doch nur im Traum!" Ich blickte kurz zurück. Der Verfolger sah wirklich nicht wie ein gewöhnlicher Mensch aus; er war riesengross und erinnerte mich an Rübezahl. Mir war jetzt klar, dass ich mich im Traum befand, und ich setzte mit spürbarer Erleichterung meine Flucht fort. Da fiel mir plötzlich auf, dass ich ja gar nicht zu fliehen bräuchte, sondern etwas anderes tun könnte. Ich erinnerte mich daran, dass ich im Traum andere Personen ansprechen wollte. Also blieb ich stehen, liess den Verfolger herankommen und fragte ihn, was er denn eigentlich wollte. Seine Antwort lautete: "Woher soll ich denn das wissen?! Dies ist doch schliesslich dein Traum und ausserdem hast du doch Psychologie studiert und nicht ich.....".

Aus Gackenback & Bosveld: Daryl Hewitt, USA, hält den Rekord für den längsten luziden Traum, der jemals in einem Schlaflabor aufgezeichnet wurde. (1 Stunde!). Nach Jahren des Experimentierens entschloss er sich, während des luziden Träumens an der Meditation zu arbeiten:

"Ich begann mit der Meditation in luziden Träumen zu experimentieren, um diese Tiefe zu erkunden. Die Experimente brachten tiefschürfende Ergebnisse zutage. Es gelang mir, etliche Male mich an meinen Vorsatz zu erinnern, mich in der dynamischen Atmosphäre des luziden Träumens hinzusetzen und ohne Ablenkung von den Traumbildern lange genug eine tiefe, rhythmische Atmung auszuführen. In allen Fällen schien das Bewusstsein sich in eine eiförmige Sphäre auszudehnen, die meinen Traumkörper umfasste, mit einer entsprechend dramatischen Intensivierung meines Bewusstseins. Als dies geschah, flossen die Farben wie Pfützen von Neonlicht vor meinem inneren Auge, so wie sie es manchmal in der Meditation tun oder vor dem Einschlafen. Dieser Zustand verstärkte sich aber, bis die Traumbilder durch die halbgeschlossenen Augen transparent wurden und schliesslich verschwanden. Ich wurde zu einem Bewusstseinspunkt und schwebte zufrieden in einem intensiv gelb-orangenen Feld aus Licht.........".